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17.12.2008 / Feuilleton / Seite 13

Die Sache auf nichts gestellt

André Greiner-Pol ist tot. Ein Nachruf

Karsten Krampitz
Irgendwann im Sommer 2007 war es, da rief ich ihn an auf dem Handy: »Mensch, André, ich stehe gerade im Deutschen Historischen Museum – und du ahnst ja nicht, wessen Plakat hier an der Wand hängt …« – Er aber meinte nur: »Schon wieder? Wen interessiert’s?«

»Parteidiktatur und Alltag in der DDR« hieß die Ausstellung und hatte zumindest für mich als angehenden Historiker einen hohen Unterhaltungswert. Zu den ersten Exponaten, auf die der Besucher stieß, gehörte Ulbrichts Pudelmütze. Und nur wenige Schritte weiter fand sich in einer Glasvitrine die geblümte Kittelschürze von Frida Hockauf, der Mutter der DDR-Aktivistenbewegung. Ihr wird der Satz zugeschrieben: »Denn so, wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben!« Ach, wie recht sie doch hatte.

Wie auch immer, als Künstler muß man dergleichen erst mal schaffen: »Du bist mit Ulbricht und Frieda Hockauf in einer Sammlung. Jetzt biste Geschichte!«

Auf dem alten Poster sieht man die Christinenstraße, an der...





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