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23.10.2008 / Feuilleton / Seite 13

Realisierbare Vernunft

Der Philosoph Manfred Buhr ist gestorben

Arnold Schölzel
Am Mittwoch starb in Berlin Manfred Buhr, der wohl bekannteste Philosoph der DDR, im Alter von 81 Jahren. Er repräsentierte eine Richtung in der geistigen Kultur des ostdeutschen Staates, die weit über dessen Grenzen und über dessen Ende 1990 hinaus eine internationale Wirkung entfaltete: Das Erforschen und Vergegenwärtigen des geistigen Erbes der europäischen Neuzeit, das mit Stichworten wie Humanismus, Renaissance, Aufklärung, Universalismus, Revolution und Marxismus umrissen werden kann. Die Begriffe bezeichnen auch Werk und Leben Manfred Buhrs als eines universal orien­tierten Gelehrten.

Die Forderung nach Allseitigkeit beim Bedenken der Vergangenheit wie der Gegenwart war Leitmotiv seiner Tätigkeit als Forscher, Autor und Mitglied zahlreicher internationaler philosophischer Institutionen. Welchen Rang Manfred Buhr in den Augen vieler Wissenschaftler zwischen Peking und Nordamerika hat, zeigte eine Gratulationstafel, die junge Welt am 22. Februar 2007 ...

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