05.09.2008 / Feuilleton / Seite 12

Feiner Drastiker

Karl Mundstock ist tot

Christof Meueler
Analog zur alle Arten der Ausbeutung konservierenden Trennung von Hand- und Kopfarbeit existiert das Klischee der Trennung von Bauch- und Kopfkommunisten: Die einen tun, was die anderen sagen – aber mit Gefühl, was den anderen angeblich abgeht. Für den am Sonntag im Alter von 93 Jahren verstorbenen Dichter und Schriftsteller Karl Mundstock gelten solche mechanischen Betrachtungen nicht, er war beides. Bei aller Drastik schrieb er äußerst feinsinnig und exakt. In dieser Zeitung verglich ihn Fritz Rudolf Fries mit Francois Villon, der den »Brand in die Paläste« trägt, »seine ungebrochene Vitalität hält ihm den Vers frisch«.

Noch im hohen Alter griff Mundstock die Verhältnisse an, samt der sie schönredenden Kräfte wie etwa den Berufsreformer André Brie:...

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