26.08.2008 / Thema / Seite 10

»Diktatoren«-Spiele

Die XXIX. Olympischen Spiele sind vorbei. Grund genug für die bundesdeutschen Medien, von den mäßigen sportlichen Leistungen der Nationalmannschaft abzulenken und den­ ­chinesischen Ausrichter politisch zu diskreditieren

Klaus Huhn
Peking bescherte der Welt glanzvolle Spiele, aber ehe man sich daranmacht, die vielen Komplimente zusammenzutragen – und natürlich auch die wutschnaubenden Kommentare erwähnt –, sollte man sich um einen soliden Maßstab dessen bemühen, worum es in Peking überhaupt ging.

So gewagt es klingen mag, meinen ersten Maßstab liefert mir Pierre Baron de Coubertin, der 1894 das Internationale Olympische Komitee (IOC) gründete und dessen erster Generalsekretär wurde. Vor über 70 Jahren – also kurz vor seinem Tode im September 1937 – hatte die griechische Regierung im antiken Hain von Olympia einen Gedenkstein für die Wiedererweckung der Spiele errichten lassen, und Coubertin schrieb damals: »Wir, meine Freunde und ich, haben nicht gearbeitet, um Euch die Olympischen Spiele wiederzugeben, damit ihr daraus ein Museums- oder Kinostück macht, noch dafür, daß sich merkantile oder Wahl­interessen ihrer bemächtigen.«

Coubertin konnte selbst bei kühnster Phantasie nicht vorau...



Artikel-Länge: 18523 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe