26.08.2008 / Schwerpunkt / Seite 3

»Keine Kameraden«

Hitlers Diktum wirkt fort: Der Massenmord an sowjetischen Kriegsgefangenen ist aus dem öffentlichen Gedächtnis verdrängt

Hans Daniel
Dreieinhalb Millionen sowjetische Kriegsgefangene sind von den mit der faschistischen Wehrmacht kooperierenden SS-Einsatzkommandos, in den Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagern im »Reich« durch Hunger, Vergasung, mörderische Ausbeutung in der Rüstungsindustrie oder bei medizinischen Experimenten umgebracht worden. 1,5 Millionen davon in den ersten sechs Monaten nach dem Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941. Nächst sechs Millionen ermordeten europäischen Juden stellen die Rotarmisten die größte Opfergruppe des faschistischen Regimes dar.

In der ihrer parlamentarischen Befassung harrenden »Fortschreibung der Gedenkstättenkonzeption des Bundes gemäß Koalitionsvertrag vom 11. November 2005« findet dieser Tatbestand trotz des vorangestellten hehren Mottos »Verantwortung wahrnehmen, Aufarbeitung verstärken, Gedenken vertiefen« mit keinem Wort Erwähnung. Das verwundert nur auf den ersten Blick. Bei der Rückschau auf die Wahrnehmung dieses mörderischen K...

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