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13.08.2008 / Thema / Seite 10

System der Folter

Philip Zimbardos sozialpsychologische Analyse der Ereignisse von Abu Ghraib ist jetzt auf deutsch erschienen

Michael Zander
Vor einem Gericht der US-Armee in Bagdad hatte sich 2004 der Militärpolizist Ivan Frederick zu verantworten. Er war angeklagt wegen Beteiligung an Folter im Gefängnis Abu Ghraib und hatte sich schuldig bekannt. Seine Verteidigung zog als Sachverständigen den US-Sozialpsychologen Philip Zimbardo, emeritierter Professor der Stanford Universität, hinzu, der per Liveübertragung von einer Marinebasis in Neapel zugeschaltet war. Dieser erklärte, er entschuldige keineswegs die Taten des Angeklagten, wenn er in den Bedingungen des Abu-Ghraib-Gefängnisses und im Irak-Krieg insgesamt die wesentliche Ursache für Folter sehe. Auch wenn Fredericks Schuld nicht zu leugnen sei, müßten diese Bedingungen als entscheidend berücksichtigt werden. Er widersprach damit dem Chef des Generalstabs, Richard B. Myers, der unmittelbar nach der Veröffentlichung der berüchtigten Fotos aus Abu Ghraib behauptet hatte, die Folterungen seien das Werk bösartiger Einzeltäter, während 99,9 P...

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