23.07.2008 / Schwerpunkt / Seite 3

Ende einer Fahndung

Nach der Verhaftung des ehemaligen Präsidenten der bosnischen Serben steht die Abschiebung von Radovan Karadzic nach Den Haag bevor

Cathrin Schütz
Zehn Jahre lang ließ der Westen in Serbien und Bosnien-Herzegowina nach ihm fahnden. In der Nacht zum Dienstag verkündete ein Regierungssprecher in Belgrad, daß die Sicherheitskräfte erfolgreich gewesen seien. Radovan Karadzic, ehemals Präsident der bosnischen Serben und auf der »Kriegsverbrecher«-Fahndungsliste des UN-Sondergerichtshofs in Den Haag, sei verhaftet worden.

Über die genauen Umstände der Festnahme gab es widersprüchliche Berichte. Sein Anwalt Sveta Vujacic erklärte, Karadzic sei bereits am Freitag in einem Linienbus gefaßt und drei Tage festgehalten worden. Dagegen verlautete aus Polizeikreisen, er sei nach wochenlanger Beobachtung in einem Haus in einem Belgrader Vorort festgenommen worden. Zuvor habe es einen »Tip von einem ausländischen Geheimdienst« gegeben. Der 63jährige habe unter anderer Identität gelebt, verkleidet mit Brille, langem weißen Haar und Bart. Karadzic wurde 1995 wegen Srebrenica des Völkermordes beschuldigt, 1998 tauchte...

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