11.07.2008 / Thema / Seite 10

Teil des Problems

Analyse. Die Rolle der Notenbanken. Fed und EZB sind weder willens noch in der Lage, die Spekulationsexzesse zu verhindern (Teil II und Schluß)

Lucas Zeise
So populär die US-Notenbank Federal Reserve (»Fed«) während des Booms in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre war, so wird die Finanzkrise heute von vielen – und nicht nur den Vertretern strikter Geldpolitik – der Fed angelastet. Dabei gibt es im wesentlichen zwei Argumentationsstränge. Der erste dreht sich um das, was die Engländer und Amerikaner als »Moral Hazard« bezeichnen. Es ist eigentlich ein psychologisches Argument aus der Versicherungsbranche. »Moral Hazard« heißt moralische Gefährdung. Gefährdet sind (in den Augen der Versicherung) die Versicherungsnehmer, wenn sie zu gut durch ihre Police geschützt sind. Sie strengen sich dann nicht mehr an, so diese Theorie, den Eintritt des Versicherungsfalles zu vermeiden. Ähnlich seien die Wirtschaftssubjekte, allen voran die Banken, verführt worden, wild und ohne Rücksicht auf ihren möglichen Untergang zu spekulieren, weil Alan Greenspan und die Fed bei jedem Ausbruch einer Krise sofort mit viel Geld ei...

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