03.07.2008 / Thema / Seite 10

Das Finanzparadies

Im Bankenviertel »City of London« herrschen optimale Bedingungen für das mehrungssüchtige Kapital. Deregulierung des Finanzmarktes und Erarbeiten von profitfördernden globalen Standards für Geschäfts- und Steuerpraktiken garantieren Maximalprofite

Werner Rügemer
Was gemeinhin als »London« bezeichnet wird, besteht verwaltungsmäßig aus zwei ungleichen Teilen: »Greater London« umfaßt 610 Quadratmeilen (zirka 1586 Quadratkilometer, während »City of London« im Herzen der britischen Metropole gerade einmal eine einzige Quadratmeile, also 2,6 Quadratkilometer umfaßt. Doch hier agiert die größte Finanzoase der Welt. »Finanzoase« bedeutet nicht nur, wie es meist verstanden wird, Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Vielmehr wirken hier private und staatliche Finanzakteure zusammen, die alle Reste des regulierten Kapitalismus in Europa und weltweit endgültig aushebeln wollen.

Die City of London, die nur etwa 7000 ständige Bewohner hat und abends menschenleer ist, beherbergt tagsüber etwa 330000 Beschäftigte. Neben den mehreren Dutzend englischen Banken haben hier nicht nur Hunderte deutsche, US-amerikanische, schweizerische, französische, israelische, saudische, isländische Geldinstitute ihren Sitz, sondern auch englische und ...

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