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19.05.2008 / Feuilleton / Seite 13

Es zuckt in jedem Nacken

Verlieben Sie sich in die Kindsmörderin: eine »Urfaust«-Premiere in Aachen

Alexander Reich
Kann sein, daß das Theater keine Zukunft hat. Daß es sich weiter selbst abschafft mit Performances und Videoleinwänden. Muß aber nicht. Statt sich wie blöde zu erneuern, könnte es wieder Vertrauen in die eigenen Mittel fassen. Dann wäre über seine Verzichtbarkeit nichts entschieden.

Das hieße vor allem: harte Arbeit am Text. Die härtesten Texte sind immer noch die Klassiker. Über sie gibt es einen Konsens windelweicher Vorurteile. Wird das klar, sind die Texte für das Heute zurückgewonnen. So geschehen am Freitag in Aachen bei einer »Urfaust«-Premiere (Regie: Stefan Nolte, Bühne und Kostüme: Mathis Neidhardt).

Das Textfragment brachte Goethe im November 1775 von Frankfurt nach Weimar mit, wo das Fräulein von Göchhausen für sich selbst eine Abschrift anfertigte, die 1887 entdeckt wurde und den Titel »Urfaust« verpaßt bekam. Brecht hat den Text als »Jungbrunnen für das deutsche Theater« bezeichnet. »Er ist Ausgangspunkt des deutschen Theaters überhaupt. Ohn...



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