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25.04.2008 / Feuilleton / Seite 2

»Tibetische Kultur ist weit mehr als der Buddhismus«

Weil Mönche hohes Ansehen genießen, heißt das nicht, daß alle mit dem Dalai Lama auf einer Linie sind. Ein Gespräch mit Ingo Nentwig

Ralf Wurzbacher
Ingo Nentwig ist freischaffender Sinologe und Ethnologe und forscht unter anderem zu den Minderheiten der Volksrepublik China sowie zur chinesischen Nationalitätenpolitik

Sie kennen Tibet aus eigener Anschauung. Betreibt die chinesische Staatsmacht »kulturellen Völkermord« an den Tibetern, wie der Dalai Lama behauptet?

Davon kann überhaupt nicht die Rede sein. Die tibetische Kultur ist weit mehr als nur der tibetische Buddhismus. Tatsächlich blüht und gedeiht die tibetische Kultur in China in sehr vielen Bereichen.

Woran machen Sie das fest?

Tibetisch ist eine der anerkannten Staatssprachen in China, sie wird an Schulen unterrichtet. Unmengen an Büchern, Zeitungen und Zeitschriften werden landesweit in tibetischer Sprache publiziert, selbst von Peking aus. Tibetischer Rundfunk und Fernsehen werden mit enormen öffentlichen Mitteln gefördert. Spezielle Kommissionen wachen sogar darüber, daß Straßenschilder in den tibetischen Regionen immer zweisprachig ge...

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