15.03.2008 / Titel / Seite 1

Ver.di geht betteln

Berlin: Gewerkschaft verzichtet im Tarifkampf bei den Verkehrsbetrieben bereits vor der Wiederaufnahme von Verhandlungen auf den Großteil ihrer Forderungen

Rainer Balcerowiak
Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat dem kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) am Freitag angeboten, den seit zehn Tagen andauernden Streik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und deren Tochter Berlin Transport am Sonntag morgen auszusetzen. Voraussetzung dafür sei lediglich, daß der KAV bis zum Sonnabend einem »verbindlichen Verhandlungskorridor« zustimmt, erklärte ver.di- Landeschefin Susanne Stumpenhusen am Freitag in Berlin.

Bis dahin hatte die Gewerkschaft auf einem »verhandlungsfähigen Angebot« als Voraussetzung für eine Aussetzung der Arbeitsniederlegungen bestanden. Was darunter zu verstehen ist, erläuterte ver.di-Verhandlungsführer Frank Bäsler. Die Vertreter des landeseigenen Unternehmens müßten mindestens drei Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von maximal 30 Monaten bieten. Das heißt, daß ver.di ein Angebot, welches deutlich unter der Inflationsrate liegt und weitere Reallohnverluste bedeuten würde, nunmehr als »erörterungsfähig« ei...

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