26.02.2008 / Ansichten / Seite 8

»Medienbild hatte mit der Realität nichts zu tun«

»Ethnische Säuberungen« im Kosovo hat es vor der NATO-Aggression von 1999 nicht gegeben. Ein Gespräch mit Dietmar Hartwig

Cathrin Schütz
Der ehemalige Bundeswehroffizier Dietmar Hartwig war Leiter des Kosovo-Regionalbüros der europäischen Beobachtermission ECMM. Bis kurz vor Beginn des NATO-Angriffs auf Jugoslawien im März 1999 waren er und die europäischen Beobachter vor Ort

Staaten wie die USA und Deutschland rechtfertigen die Anerkennung der völkerrechtswidrigen Abspaltung des Kosovo mit dem Argument, Serbien habe wegen der ethnischen Säuberungen an den Kosovo-Albanern Ende der 1990er Jahre sein moralisches Recht auf das Kosovo verspielt. Was haben Sie als Augenzeuge im Kosovo erlebt?

Massive, gar staatlich gelenkte Verbrechen gegen die Bevölkerung wie ethnische Säuberungen waren mir in der Zeit zwischen Ende 1998 und dem Ausbruch des NATO-Kriegs weder aus den Berichten der Beobachter noch aus den Gesprächen mit führenden kosovo-albanischen Politikern bekannt. Dennoch sprachen die Medien ständig von einer grundlosen Brutalität der serbischen Sicherheitskräfte gegen die Bevölkerung. Gl...

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