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12.12.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Mediale Gehirnwäsche

Mit Pathos gegen Moskau: Die ukrainische Pop- und Schlagerszene wird für die ­nationale »Selbstbehauptung« in Dienst genommen

Frank Schumann

Plötzlich sind sie da. Singen »Immer lebe die Sonne« und »Burschen, spannt die Pferde ab«, der »Alte Ahorn« wird inbrünstig intoniert und die »Rote Raute«. Die große Kuppel der Bahnhofshalle wirft das Echo durch den Raum, die eilenden Menschen verharren im Schritt. Seit einem Monat treffen sich junge Ukrainer spontan zum gemeinsamen Gesang in Bahnhöfen, jenen zu Sowjetzeiten errichteten und üppig gestalteten Kathedralen (jW berichtete). Verabredet haben sie sich per Handy zu diesen Flashmobs. Fast an jedem Tag formiert sich irgendwo im Land, in Kiew, Charkiw, Odessa, Lipezk und anderen Orten, ein solcher Protestchor. Mit russischen Kinder- und Volksliedern singen sie mit Inbrunst gegen die Zwangs-Ukrainisierung an. Und ehe die Polizei oder nationalistische Schlägerbanden auf den Plan treten, sind sie auch schon verschwunden.

Eine solche musische Form des Widerstands kannte man bislang nicht. Der aber ist nur eine logische Reaktion auf das rigide Vorgehen ...

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