30.03.2016 / Feuilleton / Seite 11

Verboten, schön zu malen

Das Jüdische Museum Berlin zeigt »Keine Kompromisse! Die Kunst des Boris Lurie«

Elena Besukin

Der taube Goya schreit mir ins Ohr – flüstert: Es ist verboten, schön zu malen. Es ist verstaubt, die langsame Genuss-Inspiration für sich – zu haben. Du sollst genießen schwarze Raben« heißt es in einem Gedicht von Boris Lurie, dem das Jüdische Museum Berlin eine große Retrospektive widmet. Sie trägt den Titel »Keine Kompromisse!« Lurie wollte mit seiner Kunst verstören und provozieren, nein sagen zum Verdrängen und Vergessen, nein zum Opfersein.

Luries Werk ist von seinen Erfahrungen als Überlebender des Holocaust geprägt. Er wurde 1924 in Leningrad geboren, die Familie siedelte ein Jahr später nach Riga über, wo der Vater ein erfolgreicher Geschäftsmann war. Mit 17 verlor Lurie fast alle Frauen seines damaligen Lebens: seine Mutter, eine seiner zwei Schwestern, die Großmutter und die Jugendliebe. Sie wurden 1941 in Rumbola bei Riga in einem Massaker von deutschen und lettischen Polizeieinsatzgruppen erschossen. Lurie und sein Vater überlebten die Arbeit...

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