23.03.2016 / Inland / Seite 8

»Wir haben Arbeitern zu wenig Orientierung geboten«

Selbstkritik aus Sachsens Linkspartei nach Erfolgen der AfD bei Landtagswahlen. Ein Gespräch mit Rico Gebhardt

Markus

Sie haben ein Grundsatzpapier veröffentlicht, in dem Sie die Rückgewinnung der Arbeiterschaft als eine der Hauptherausforderungen für Die Linke bezeichnen. Was meinen Sie, warum haben sich so viele Arbeiterinnen und Arbeiter von Ihrer Partei abgewendet?

Nach 1989 haben gerade in Sachsen viele Menschen aus dem Arbeitermilieu aus Enttäuschung über den untergegangenen »Arbeiter- und Bauernstaat« erst mal CDU gewählt. Doch deren Wohlstandsversprechen wurde gebrochen. CDU und SPD begannen, die sozialen Sicherungssysteme zu schleifen, das gipfelte in Hartz IV und den Folgen. Es gibt noch eine dritte Enttäuschung, die wiederum spezifisch ostdeutsch ist: Während im sogenannten Vereinigungsprozess den Westdeutschen allenfalls der grüne Pfeil an der Ampel zugemutet wurde, hatten sich die Ostdeutschen – so empfanden es viele – zu assimilieren. Ein Teil der Enttäuschten wandte sich im Zuge der Proteste gegen Hartz IV nach links. Wir haben ihnen aber offenkundig dauerh...

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