11.03.2016 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Spanien wackelt wieder

Nach fast drei Monaten ohne Regierung beeinträchtigt die politische Krise die Wirtschaft. Ein Aufschwung ist in weite Ferne gerückt

Robert Ojurovic

Spanien steckt weiter in der Krise. Mit 219 Nein- zu 131 Ja-Stimmen war der Sozialdemokrat Pedro Sánchez von der Sozialistischen Partei (PSOE) am vergangenen Freitag auch bei der zweiten Abstimmung zur Wahl des Regierungschefs im Parlament gescheitert. Die politische Handlungsfähigkeit des Landes ist gefährdet, daran wird sich zumindest kurzfristig nichts ändern. Bis zum 2. Mai haben die Parteien die Möglichkeit, eine neue Regierung zu formieren. Gelingt dies nicht, kommt es im Juni zu Neuwahlen. Das kann teuer werden, zumal bereits jetzt die ökonomischen Aussichten nichts Gutes verheißen.

Das Kapital im Lande und in der EU ist nicht begeistert. Die spanische Zentralbank hat vergangene Woche Zahlen veröffentlicht, die aufhorchen ließen. So kam es in den Tagen vor, während und nach den Parlamentswahlen im Dezember vergangenen Jahres zur größten Kapitalflucht seit 2012. Und damals lag das Land, durch die Finanzkrise paralysiert, am Boden. Ende 2015 wurden üb...

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