08.03.2016 / Feuilleton / Seite 14

On Air. Die nächsten Tage im Radio

Unter Aufsicht

Rafik Will

Die Zivilisation verlangt vom einzelnen die Unterdrückung unmittelbarer Triebbefriedigung. Im Dienste eines funktionierenden Miteinanders sind soziale Konventionen einzuhalten. Im Deutschland der rassistischen Hasskommentare und brennenden Asylunterkünfte scheint krankhafte Affektunterdrückung nicht das Problem zu sein. Den weitverbreiteten Ressentiments entspricht eine zunehmend menschenverachtende Politik nach innen und außen. Und normkonformes Verhalten ist in dieser Hinsicht jedenfalls nicht massenhaft verbreitet.

Science-Fiction lässt die Schattenseiten unserer Zeit erkennbar werden. Aldous Huxleys Roman »Schöne neue Welt« von 1932 beschreibt eine überregulierte zukünftige Weltgesellschaft mit emotional abgestumpften, dauerbedröhnten Bewohnern. Ein edler Wilder aus einem Reservat findet sich, damit konfrontiert, kaum zurecht. In Jörg Diernbergers Hommage an diesen Text, dem Originalhörspiel »Bra ve Neue Welt« (WDR 2013; Di., 8.3., 19 Uhr, WDR 3 und 2...

Artikel-Länge: 3859 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe