07.03.2016 / Sport / Seite 16

Blutgrätsche

Die Wahrheit über den 25. Spieltag

Klaus Bittermann

Am Ende waren alle beeindruckt und zollten sich gegenseitig Respekt. Tuchel grinste selig in die Kamera und sagte, wie glücklich er sei, diese Mannschaft coachen zu dürfen, und wie sehr er das Spiel genossen habe. Für einen Trainer waren das eher ungewöhnliche Worte, und ich bin mir nicht sicher, ob diese fast schon religiöse Sicht auf das Spiel angemessen war. Guardiola hingegen scheint immer mehr abzudrehen. Seine Umarmung Tuchels nach dem torlosen Remis war weniger herzlich als fast aggressiv und kurz angebunden, bevor er auf das Spielfeld rannte, sich Kimmich schnappte und auf ihn einteufelte, dann wieder dessen Gesicht in seine Hände nahm, als wollte er ihn küssen, dann seine Stirn an Kimmichs Stirn presste wie ein Stier, als wollte er ihn in Grund und Boden stampfen, um dann einem Reporter zu sagen, er hätte Kimmich nur gelobt.

Wäre Guardiola nicht Trainer bei einem großen Fußballclub, wäre er wahrscheinlich Insasse einer Nervenklinik, wo man ihn...

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