05.03.2016 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Wir sind mitten im Krieg«

Gespräch. Mit Rudolph Bauer. Über die Schwäche der Linken, wechselnde Firmenschilder der Bertelsmann-Stiftung und das Kapern von Begriffen

Arnold Schölzel, Bremen

Links zu sein oder sich in der Friedensbewegung zu engagieren, ist unter tonangebenden Intellektuellen der Bundesrepublik, in der Wissenschaft oder der Literatur und Kunst gegenwärtig nicht gerade angesagt. Raum erhalten in den Medien rechte Leute bis hin zu offenen Rassisten. Ist das richtig beschrieben, wird das überschätzt?

Intellektuelle, gibt’s die noch? Und »tonangebend«? Das bedeutet ja wohl eher: mit den Wölfen heulend. Ich sehe leider weit und breit keine kritischen Intellektuellen im Sinne von Voltaire (französischer Philosoph, 1694–1778) und der europäischen Aufklärung. Aber zu Ihrer eigentlichen Frage: Aufs Unter- oder Überschätzen kommt es meiner Ansicht nach nicht so sehr an. Angesagt ist, worauf der Spot, das Scheinwerferlicht, gelenkt wird. Da spielen die öffentlich-rechtlichen und privaten Fernseh- und Radioanstalten, die großen Printmedien, das Internet und Thinktanks – wie etwa die Bertelsmann-Stiftung – eine ganz entscheidende Rolle. Si...

Artikel-Länge: 19355 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe