02.03.2016 / Feuilleton / Seite 10

Gerechtigkeit für alle

Eine Erinnerung an Gottfried Ensslin, der morgen 70 Jahre geworden wäre

Markus Bernhardt

Gottfried Ensslin war einer der exponiertesten Vertreter der linken Schwulenbewegung, eine politische Kraft, die heute fast vollkommen verschwunden ist. Statt dessen gibt es eine »Queer-Bewegung«, der es an einer »Gesamtkritik des neoliberalen Kapitalismus« fehle, urteilte Ensslin. »Wir schwulen 68er haben uns explizit auf Sigmund Freud und seine Theorie einer ursprünglichen Bisexualität bezogen. Dieser Ansatz eröffnete den Raum, unsere Emanzipation in die Perspektive allgemeiner sexueller Befreiung zu stellen«, erklärte Ensslin im März 2013 bei seinem letzten öffentlichen Auftritt in Berlin, als er einen Vortrag zum Thema »Schwules Coming-out gestern und heute« hielt.

Für ihn war es eine »einfache Tatsache, dass in jedem schwulen Coming-out ganz individuell fundamentale Einsichten in die Ungleichheit und Ungerechtigkeit der Gesellschaft genommen« werden. Gerade wenn man sich genau an die einzelnen Schritte des Coming-outs erinnere, bleibe der Blick auf ge...

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