01.03.2016 / Ausland / Seite 2

»Scharfschützen schießen aus dem Hinterhalt«

Kurdische Metropole Diyarbakir erneut unter Artilleriefeuer. Bevölkerung soll demoralisiert werden. Ein Gespräch mit Norman Paech

Peter Wolter

Sie haben in den vergangenen Tagen die kurdischen Gebiete der Türkei besucht, zur Zeit sind Sie in Diyarbakir. Wie ist dort die Situation angesichts immer wieder gemeldeter Übergriffe der türkischen Armee?

Diese Angriffe finden nach wie vor statt, in verschiedenen Regionen und Städten des kurdischen Gebietes. Die Ausgangssperre ist zwar aufgehoben worden, die Menschen dort leben aber weiter wie unter einem Besatzungsregime. Die Bevölkerung wird belästigt, Frauen werden verfolgt, immer wieder werden Menschen von türkischen Scharfschützen aus dem Hinterhalt erschossen. Erst am vergangenen Freitag wurde bei einer Demonstration in Diyarbakir ein junger Mensch – völlig unbeteiligt! – von einer Scharfschützenkugel getötet.

Die Lage ist sehr angespannt, es gibt immer wieder Kämpfe oder Beschuss durch Panzer und Artillerie – man hört die Explosionen ja im Hintergrund. Das Zentrum von Diyarbakir wird seit Sonntag früh wieder heftig beschossen, schwarze Rauchwolken l...

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