29.02.2016 / Inland / Seite 4

»… außer man tut es«

Friedensbewegung und antifaschistische Kräfte sollten sich wiedervereinen

Ulrich Sander

Die Friedensbewegung schwächelt. Warum kann sie nicht an ihre frühere Größe und Breite anknüpfen? Ein Grund ist sicher die Gewöhnung an immer mehr Kriege. Ein anderer ist die Dominanz der Kriegspropagandisten in fast allen Medien. Ein dritter, meist übersehener: Bis vor eineinhalb Jahrzehnten waren Friedens- und antifaschistische Bewegung unter der Losung »Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!« vereint. Das hat sich geändert. Sie gingen auseinander, als 1999 Joseph Fischer und Rudolf Scharping »Nie wieder Auschwitz!« proklamierten, um Kriege zu rechtfertigen.

Dagegen wandten sich Antifaschisten wie Peter Gingold und Kurt Goldstein mit der aufsehenerregenden Erklärung »Gegen die neue Art der Auschwitzlüge« (1999, zuerst als ganzseitige Anzeige in der Frankfurter Rundschau). Zahlreiche Holocaust-Überlebende unterzeichneten sie und protestierten damit gegen den Krieg der NATO – auch Deutschlands – gegen Restjugoslawien. Doch viele Grüne und Sozialdemokrate...

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