27.02.2016 / Feuilleton / Seite 11

Die heimliche Suche

Nacho Duato setzt mit »Herrumbre« beim Staatsballett Berlin neue Maßstäbe: Ein Tanzstück über Folter und Terror

Gisela Sonnenburg

Immer wieder wird sich um Fortschritt, Zivilisation, Gerechtigkeit bemüht: um die sogenannte Menschlichkeit. Dem Ballett dagegen haftet das Vorurteil an, kitschig zu sein, so dass alle Menschlichkeit in ritualisierten Bewegungen zu ersticken droht. Kann man nun ein Ballett über Themen wie Folter und Terror machen? Nacho Duato, Choreograph und Ballettintendant vom Staatsballett Berlin, wagte es. Sein Stück »Herrumbre«, im Schiller Theater in Berlin zu sehen, setzt sich – subtil statt plakativ – mit Guantanamo, dem brutalen Gefangenenlager der USA auf Kuba, auseinander. Aber auch der Schock, den Duato erlitt, als 2004 unweit seiner damaligen Wohnung in Madrid Terrorbomben explodierten, führte zu diesem Stück.

»Herrumbre« ist spanisch und heißt »Rost«. Gemeint sind damit die Spuren, die erlebte Gewalt in den Opfern hinterlässt. Mit fließenden Übergängen folgen hier Szenen aufeinander, die weniger chronologisch als vielmehr motivisch aufeinander Bezug nehmen. ...

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