25.02.2016 / Sport / Seite 16

Rauhe Dockerromantik

Zum Niedergang des Hafenstadtfußballs in Rotterdam, Antwerpen, Hamburg und anderswo

Gerrit Hoekman

Als die Docker in Rotterdam neulich die Arbeit niederlegten, zündeten die Streikposten blutrote Leuchtfeuer – Zeichen der Verbundenheit mit dem Fußballklub Feyenoord im gleichnamigen Hafenarbeiterviertel. Ob Christian Attah Gyan aus Ghana unter den Streikenden war, ist nicht bekannt. Denkbar wäre es. Der 23malige Nationalspieler war elf Jahre bei Feyenoord unter Vertrag. Nach der Profikarriere lief beim ehemaligen Verteidiger finanziell manches schief, heute malocht der 37jährige in den Docks. Der Klub hat ihm geholfen, den Job zu finden. »Warum soll das keine Arbeit für mich sein?« fragte Gyan in der Vereinszeitung Feyenoord Magazine. »Niemand ist zu groß für den Hafen«. Diese Einstellung machte ihn als Spieler zum Liebling von »Het Legioen« (Die Legion), wie die Fans von Feyenoord genannt werden. Gyan war keiner der großen Stars, sein fußballerisches Können recht limitiert. Aber er war ein Kämpfer vor dem Klabautermann, einer, der immer alles gab. Die ...

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