24.02.2016 / Ausland / Seite 6

Zielgruppe Kind

Waffenlobbyisten in den USA wollen so früh wie möglich zum Schießen animieren

Jürgen Heiser

Nach offiziellen Statistiken werden in den USA jeden Tag im Schnitt sieben Kinder und Jugendliche mit Waffen getötet – bei Unfällen und Amokläufen, durch Suizide und Affekthandlungen. Das hindert die Waffenindustrie und ihre Lobbyisten jedoch nicht daran, sich die Jüngsten der Gesellschaft im makabren Doppelsinn zur »Zielgruppe« zu machen, wie jetzt eine Studie des »Violence Policy Centre« (VPC) in Washington D. C. offenbarte.

»Stellen Sie sich den öffentlichen Aufschrei vor, wenn die Alkohol- oder Tabakindustrie kindgerechte Versionen ihrer Erwachsenenprodukte einführen würde«, gibt der Autor der Studie, VPC-Geschäftsführer Josh Sugarmann, zu Bedenken. Was wäre, wenn diese Firmen »den Plan schmiedeten, ›Jugendbotschafter‹ auszusenden, die ihre Spielkameraden zum Mitmachen« animierten? Genau das machen die Waffenindustrie und ihre Lobby.

Weiße Männer sind nach wie vor die mit Abstand größte Kundengruppe der US-Waffenfabrikanten im privaten Sektor. Doch weil...

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