23.02.2016 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

»Einladung für betrügerische Betriebe«

Die Einhaltung des Mindestlohns wird kaum kontrolliert. Scharfe Kritik von der IG BAU

Johannes Supe

Stell Dir vor, das Mindestlohngesetz tritt in Kraft, und keiner kann’s kontrollieren.« Vor diesem Szenario warnte die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) bereits am 22. November 2014. Zu dem Zeitpunkt stand die Einführung der gesetzliche Gehaltsuntergrenze von 8,50 Euro in der Stunde kurz bevor. Die IG BAU befürchtete damals, dass es schlicht an Personal für eine effektive Überprüfung mangeln werde. Die zuständige Finanzkontrolle Schwarzarbeit der Zollverwaltung (FKS) hatte weniger als 7.000 Beschäftigte. Notwendig seien aber »mindestens 10.000 Stellen«, betonte der Gewerkschaftsvorsitzende Robert Feiger damals.

Und er sollte recht behalten: In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die Zahl der Lohnkontrollen im vergangenen Jahr auf 43.637 zurückging. 2014 waren es noch knapp 63.000 gewesen. Die Zahlen gehen aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen hervor.

Besonders drastisch ist der Rückgang der Kontrollen im...

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