22.02.2016 / Feuilleton / Seite 11

Nischen, Falten, Ausnahmen

Freude des Himmels und Ruhe des Haines: Das war die 66. Berlinale

Peer Schmitt

Wenn ein Dokumentarfilm den Goldenen Bären gewinnt, dann muss es sich wohl um ein heißes Eisen höchster Relevanz handeln. Das kommt schließlich nicht alle Tage vor. In der Konkurrenz standen diesmal gleich zwei Dokumentarfilme. »Zero Days« von Alex Gibney über die Herkunft des »Stuxnet«-Computervirus, Geheimdienstverschwörungen und den »Cyberwar« zwischen den USA und dem Iran war allerdings wohl eine Spur zu dumpf didaktisch geraten, um für den Hauptpreis wirklich in Frage zu kommen, also ging er an »Fuocoammare« von Gianfranco Rosi über die Flüchtlingsströme von der Küste Libyens an die Gestade der Insel Lampedusa.

Der Verdacht, der gesamte Wettbewerb wäre nur ein Vorwand für das symbolpolitische Statement eines Goldenen Bären gewesen, ist dabei nicht ganz unberechtigt. Erfreulicherweise bewahrte Rosi selbst eine stoische Haltung. Wichtig seien am Ende ohnehin nur Koordinaten zwecks Orien­tierung auf dem offenen Meer, mit oder ohne Flammen. Danach gefragt...

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