20.02.2016 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Je weniger Staat, desto mehr Demokratie«

Gespräch. Mit Mamdouh Habashi. Über die politische Situation in Ägypten seit dem Sturz Mubaraks, die Rolle der Muslimbrüder und die Interessen der EU in dem nordafrikanischen Land

Sofian Philip Naceur, Kairo

Vor fünf Jahren beugte sich Ägyptens Militärregime dem Druck der Massenproteste im Land und opferte Diktator Hosni Mubarak, der sein Amt aufgeben musste. Heute sind das alte Regime restauriert und Zivilgesellschaft und Opposition einer staatlichen Repression ausgesetzt, die intensiver zu werden droht, als sie es unter Mubarak je war. Waren alle Bemühungen seit 2011, das Land zu verändern, umsonst?

Nein, das waren sie nicht. Unsere Geschichte besteht aus Wellen, aus Höhen und Tiefen, aus Ebbe und Flut. Derartige Prozesse sind nicht in Jahren zu messen, sondern in Jahrzehnten. Das wichtigste Kriterium dafür ist der Grad der Beteiligung des Volkes. Wenn es politisch mitentscheiden kann, wenn auch nur teilweise, dann sprechen wir von revolutionärer Flut. Wird es von politischen Entscheidungsprozessen ausgeschlossen, dann handelt es sich um eine revolutionäre Ebbe. Die letzte revolutionäre Flut Ägyptens erstreckte sich von der Revolte 1919 bis zum Ende des Regi...

Artikel-Länge: 15769 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe