20.02.2016 / Inland / Seite 4

Nur noch mit Bodyguards

Gewalt gegen Berichterstatter und Untätigkeit der Polizei. Medienhäuser ziehen Konsequenzen

Susan Bonath

Seit Monaten greifen Legida-Demonstranten, die montäglich durch Leipzig ziehen, immer wieder Reporter an. Sie beleidigen, drohen, schlagen zu, die Polizei schaut offenbar weg. Der MDR lässt seine Mitarbeiter inzwischen von einem privaten Sicherheitsdienst zu den rassistischen Kundgebungen begleiten, wie er am Mittwoch berichtete. Die finanziell weniger betuchte Leipziger Internetzeitung (LIZ) stellt ihre Liveberichterstattung zu Legida-Aufmärschen sogar ganz ein. Das hatte sie am Dienstag in einem offenen Brief angekündigt. Darin forderte sie die Polizei und die sächsische Landesregierung zudem auf, Maßnahmen einzuleiten. Der Staat habe die Pressefreiheit zu schützen, so das Blatt. Derzeit geschehe in der Sachsenmetropole eher das Gegenteil. Zu den Vorwürfen Stellung nehmen wollten die Behörden bisher nicht.

Der Sprecher der Polizeidirektion Leipzig, Uwe Voigt, versuchte am Freitag, eine telefonische Anfrage von jW abzublocken. »Derzeit äußern wir uns nich...

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