18.02.2016 / Feuilleton / Seite 10

Die schwarze Kladde

Die Gefängnisaufzeichnungen der Psychoanalytikerin Edith Jacobson sind ein berührendes Zeitdokument

Matthias Reichelt

Edith Jacobssohn, eine deutsche Psychoanalytikerin und enge Weggefährtin von Wilhelm und Anni Reich, wurde 1897 in Schlesien geboren und ist 1978 in New York gestorben. Als Mitglied der Widerstandsgruppe »Neu Beginnen« geriet sie in die Fänge der Gestapo und wurde inhaftiert. Vor dem von Reich begründeten und der KPD nahestehenden »Einheitsverband für proletarische Sexualreform und Mutterschutz« hielt sie Ende der 1920er Jahre Vorträge. Als Wilhelm Reich in Ungnade fiel, ging sie auf Distanz zur KPD.

1929 eröffnete sie ihre eigene Praxis in Berlin. Zusammen mit Otto Fenichel, Erich Fromm, Georg Gerö und Wilhelm Reich gehörte sie zum Kreis der linken Psychoanalytiker der Weimarer Republik. Sie gehörte ab 1930 zur Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft und lehrte am renommierten Berliner Psychoanalytischen Institut. Sie nahm sich vor allem der Jugendarbeit an und engagierte sich für eine von Heuchelei freie Sexualaufklärung. Schon früh erkannte sie die Ge...

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