17.02.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Veräußerung des Innersten

Krankenkassenchef will digitale Gesundheitsdaten nutzbar machen. Kritiker warnen vor gläsernen Patienten und lukrativen Datengeschäften

Ralf Wurzbacher

Jens Baas ist ein technikaffiner Gesundheitsfreak. Beim Telefonieren in seinem Hamburger Büro wetzt er vor lauter Bewegungsdrang den Boden blank. Laut Süddeutscher Zeitung (SZ) misst der Vorstandsvorsitzende der Techniker-Krankenkasse (TK) mit seiner Apple-Watch alles, was sein Körper an Daten ausspuckt: Schrittzahl, Temperatur, Blutdruck, Pulsfrequenz – bei Tag und bei Nacht. Machten das alle so, ginge es Deutschland besser, glaubt Baas und ist sich sicher: »Jeder von uns wird so ein Gerät haben.« Kommt Zeit, kommt Fortschritt.

Nach einer aktuellen Studie des IT-Verbands Bitkom nutzen heute bereits 31 Prozent der Bundesbürger ab 14 Jahren sogenannte Fitnesstracker zur Aufzeichnung von Vitalwerten. Das »größte Potential« der Technologie liege in der »Prävention von Krankheiten und in der medizinischen Versorgung von Patienten«, meint Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. So äußerten 75 Prozent der Befragten ihre Bereitschaft, im Krankheitsfall...

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