11.02.2016 / Ausland / Seite 6

Düpiertes Establishment

Zweite Vorwahlen in den USA: Bei den Demokraten triumphiert der linke Kandidat Sanders, bei den Republikanern der plumpe Rechtspopulist Trump

Stephan Kimmerle, Seattle

Aufgrund »der Wut der Arbeiterklasse«, so die liberale New York Times in einem ersten Kommentar, haben der Demokrat Bernard »Bernie« Sanders und der Republikaner Donald Trump am Dienstag (Ortszeit) in New Hampshire die parteiinternen Vorwahlen zur US-Präsidentschaft gewonnen. Beide hatten zuvor in Umfragen vorn gelegen, überraschend war dennoch, wie klar die Ergebnisse ausfielen. Sowohl Sanders, der sich selbst als »demokratischer Sozialist« bezeichnet, als auch der rechte Immobilienmilliardär Donald Trump konnten von der Entfremdung der US-Amerikaner von den alteingesessenen Parteieliten profitieren. Damit hat es sich aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Trump will »Amerika wieder groß machen«. Der ehemalige Reality-TV-Star setzt auf Rechtspopulismus, Sexismus und Hetze gegen Immigranten und wirbt so um vom sozialen Abstieg bedrohte, weiße Männer aus der Mittelschicht, vor allem außerhalb der großen Metropolen. Sanders dagegen trat sein Leben lang – ...

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