09.02.2016 / Inland / Seite 5

Kein Protektionismus?

Deutsche Stahlindustrie hat Angst vor chinesischer Billigkonkurrenz und ruft Politik um Hilfe an. Die will prompt handeln

Ralf Wurzbacher

In der Stahlindustrie geht die Angst um. Wäre China eine »Marktwirtschaft«, könnte es um ThyssenKrupp und die Salzgitter AG bald geschehen sein. Deutschlands Branchenführer malen derzeit gerne den Teufel an die Wand, wenn es um die wachsende Konkurrenz aus dem Reich der Mitte geht. Weil dort der Wirtschaftsboom fürs erste zum Erliegen gekommen ist, bieten chinesische Produzenten ihren Stahl seit einem Jahr verstärkt auf dem Weltmarkt feil – in Massen und zu Billigpreisen. Derzeit schützt die EU ihre Binnenmärkte noch mit Einfuhrzöllen gegen den Widersacher aus Fernost, mit dem Wohlwollen der Welthandelsorganisation (WTO). Damit ist es demnächst vielleicht vorbei.

Die EU will bis 11. Dezember darüber entschieden haben, ob sie China als eine waschechte Marktwirtschaft anerkennt. In Artikel 15 des WTO-Beitrittsvertrages wurde den Chinesen 2001 zugesagt, dass sie spätestens nach 15 Jahren als gleichwertiger Handelspartner zu erachten und sämtliche Antidumpingm...

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