05.02.2016 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Dämme gegen das Leben

Neue Stauprojekte in den Tropen alarmieren Wissenschaftler. Studie sieht unter anderem Artenvielfalt bedroht

Norbert Suchanek, Rio de Janeiro

In den Tropen gibt es immer mehr Wasserkraftprojekte: Mehr als 450 Großstaudämme sind in Amazonien sowie am Kongo und dem Mekong geplant. 40 Wissenschaftler aus mehreren Ländern warnen jetzt: Der Fischreichtum von drei der mächtigsten Tropenflüsse stehe auf dem Spiel. Etwa ein Drittel aller bekannten Süßwasserfischarten seien durch die vorgesehenen Anlagen zur Stromerzeugung bedroht, so die Studie: »Balancing hydropower and biodiversity in the Amazon, Congo, and Mekong«. Die Untersuchung war im Januar vom Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht worden.

Alle drei Flusssysteme sind bereits durch derartige Bauten gezeichnet. Doch der bevorstehende Bauboom könnte zu einem Massenaussterben von Fischarten führen, so Kirk Winemiller, führender Autor der Studie und Professor für Fischereiwissenschaft an der Texas-A&M-Universität. Die Forscher warnen vor drohenden Umsiedlungen von Hunderttausenden von Flussanwohnern und hohen volkswirtschaftlichen Einbußen.

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