30.01.2016 / Feuilleton / Seite 10

Wer die Freiheit liebt

Das antikommunistische Narrativ: Alexandre Froidevaux über die Folgen des Spanischen Bürgerkriegs

Dr. Seltsam

Im Juli vor 80 Jahren begann der Spanische Bürgerkrieg. Am 17. Juli 1936 putschte die Kolonialarmee in Marokko, am 18. erklärte die gewählte Volksfrontregierung den Widerstand und zugleich begann die »Nationale Wiedergeburt« der Faschisten mit dem Aufstand der rechten Festlandsgarnisonen, und am 19. schließlich erhob sich die Stadt Barcelona, anarchistische Massen entwaffneten die Kasernen und übernahmen die Provinz Katalonien. Die linke CNT-Gewerkschaft war noch uneins darüber, ob man weiter Fabriken besetzen und Priester erschießen (7.000 tote Kleriker) oder sich mit den anderen sozialistischen Richtungen gegen die Faschisten unter Franco verbünden sollte.

Dieser Zwiespalt beherrscht im Grunde bis heute die Diskussion unter Linken: Sollte man sich mit allen dazu bereiten Kräften, also auch der Bourgeoisie, verbünden und den bestehenden Staat verteidigen? Oder wäre es besser, durch Erweiterung der Revolution die Basis des antikapitalistischen Aufbegehrens...

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