28.01.2016 / Inland / Seite 8

»Wir werden Siemens immer wieder in die Suppe spucken«

Kritische Aktionäre verlangten ein Umsteuern in Menschenrechts- und Umweltfragen. Ein Gespräch mit Christian Russau

Gitta Düperthal

Der Dachverband der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre und andere Nichtregierungsorganisationen (NGOs) haben bei der Hauptversammlung von Siemens in München am Dienstag sofortiges Umsteuern in Menschenrechts- und Umweltfragen gefordert. Was werfen Sie dem Konzern vor?

Die Firma Siemens beteiligt sich an katastrophalen Projekten des Staudamm-Business weltweit, indem sie den umstrittenen Konzern Voith Hydro mit Turbinen beliefert: Für Belo Monte, Jirau, Santo Antonio und Teles Pires in Brasilien oder etwa den Xiluodu-Staudamm in China. Für Xiluodu sollen bis zu 180.000 Menschen zwangsweise umgesiedelt werden, für Belo Monte werden schätzungsweise mehr als 20.000 Menschen ihre Heimat verlieren.

Die Kette der miesen Geschäfte reicht noch weiter: Voith Hydro arbeitet in Honduras mit der Betreibergesellschaft Desarrollos Energéticos S.A. (DESA) für das Projekt »Agua Zarca« zusammen. Dort kursiert seit Oktober 2015 eine Todesliste lokaler Auftragskiller mit N...

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