25.01.2016 / Ausland / Seite 6

Präsident unter Druck

Philippinen: Ein Jahr nach gescheiterten »Antiterroraktion« macht der Senat mobil gegen Benigno Aquino

Rainer Werning

Der philippinische Präsident Benigno S. Aquino III. ist in Bedrängnis. Heute wird das Senatskomitee wegen der tödlichen »Antiterroroperation« vor genau einem Jahr seine Untersuchungen wieder aufnehmen. Dabei hatte sich Aquino, als er Ende Juni 2010 seinen Amtseid ablegte, sehnlichst gewünscht, als Friedensstifter in die Geschichte seines Landes einzugehen.

Geradezu euphorisch war die Stimmung, als Manilas Chefunterhändler und Emissäre der Moro Islamischen Befreiungsfront (MILF) nach jahrelangen Verhandlungen am 27. März 2014 einen Friedensvertrag unterschrieben. Dessen Kern bildet die Schaffung der autonomen Region Bangsamoro auf Grundlage eines entsprechenden Gesetzes. Dadurch sollte ein Schlussstrich unter einen der längsten und gewaltsamsten Konflikte in Südostasien gezogen werden. Doch dieser Prozess wurde vor einem Jahr, am 25. Januar 2015, jäh unterbrochen, als ein von der Regierung als »Antiterroraktion« bezeichnetes Kommandounternehmen desaströs en...

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