25.01.2016 / Ansichten / Seite 8

Linke zusammensuchen

Plattform für einen »Plan B« in Europa

Hansgeorg Hermann

Das unstillbare Verlangen der Sozialdemokraten, von den Unternehmern – besser gesagt: den Besitzern der Produktionsmittel – geliebt zu werden, ist Teil der gesellschaftlichen Katastrophe unseres neuen Jahrtausends. Der frühere SPD-Linke und Marxist Peter von Oertzen hat das kurz vor seinem Tod in einem Interview am Beispiel des damaligen Kanzlers Gerhard Schröder so ausgedrückt: »Das Projekt ›Sozialdemokratie‹ ist nun erledigt. Man kann nicht gleichzeitig Gott dienen und dem Mammon. Schröder glaubt, wenn ein Vorstandsvorsitzender nett zu ihm ist, hat er den Klassenkampf gewonnen. Der spinnt, das ist eine lächerliche Einschätzung der realen Machtverhältnisse.«

Der SPD-Linke verließ damals die Partei. Er wisse, was die SPD ist – »eine Partei voller Angst«. Das hat sich nicht geändert. Wer Angst hat, macht schlechte Politik. Von Oertzen wollte, »dass mehr Menschen kritisch auf die Zustände gucken«, denn »der Kapitalismus ist mensch...

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