23.01.2016 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Sektlaune auf der Titanic?

Während die Mächtigen der Welt sich in Davos selbst feiern, nehmen an Börsen die Turbulenzen zu. Topökonom warnt vor Krise, »schlimmer als 2007«

Rainer Rupp

Die Musik in den Salons des sogenannten Weltwirtschaftsgipfels in Davos spielt für die Milliardäre, und die herbeigeeilten Politiker und Pressevertreter dienen sich ehrerbietig den wirklich Mächtigen an. Derweil droht die Titanic der realen Weltwirtschaft in gefährliche Schieflage zu geraten. Angeführt von einem breit angelegten Einbruch der Finanztitel setzte sich diese Woche der Sturzflug an den europäischen Aktienmärkten fort. Zugleich ist die prekäre Lage der Peripherieländer der Eurozone und deren nationaler Bankensysteme wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt.

Vor allem italienische Bankaktien sind in den Keller gegangen. So haben die Wertpapiere der Banca Monte dei Paschi di Siena, die als älteste Bank der Welt gilt, seit Jahresanfang 47 Prozent an Wert verloren, allein am vergangenen Dienstag waren es gut 14 Prozent. Das Geldhaus hatte, ebenso wie etliche Landesbanken der deutschen Sparkassen, im großen Finanzkasino mitgezockt und verloren –...

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