21.01.2016 / Kapital & Arbeit / Seite 9

PiS gegen den Trend

Keynesianismus in einem Land: Wirtschaftspolitische Ansätze der polnischen Regierungspartei stoßen auf Widerstand beim internationalen Kapital

Reinhard Lauterbach

Es schlug ein wie eine Bombe, als vergangene Woche die Ratingagentur Standard & Poors (S & P) die polnische Kreditwürdigkeit von »AAA-« auf »BBB+« senkte und die Aussichten des Landes von »neutral« auf »negativ« herabstufte. Die Warschauer Börse setzte ihre schon im Mai 2015 – parallel zum Sieg des PiS-Kandidaten Andrzej Duda bei der Präsidentenwahl – begonnene und seit dem Regierungswechsel im November begonnene Talfahrt mit nochmals beschleunigtem Tempo fort. Am Montag verzeichnete der polnische Aktienindex WIG20 den stärksten Tagesverlust seit sechs Jahren.

Es half nicht viel, dass Finanzminister Mateusz Morawiecki auf die alles in allem soliden Fundamentaldaten der Volkswirtschaft hinwies und erklärte, das negative Urteil der US-Analysten sei ein Irrtum. Niemand bestreite, dass die polnische Wirtschaft im Moment nicht schlecht dastehe, sagte der Chef der polnischen Tochter einer spanischen Großbank in einer Radiosendung. Die Ratingagentur habe ...

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