14.01.2016 / Medien / Seite 15

Keine Schachfiguren

Behörden erschweren unabhängigen Journalisten Besuche in Flüchtlingslagern. Manche Standesvertreter unterstützen das durch missverständliche Äußerungen

Gitta Düperthal

Das Dokumentieren von Missständen in Flüchtlingsunterkünften war schon bisher seitens der Behörden eher unerwünscht. Fast scheint es, als gibt es dazu in einigen Bundesländern eine Regierungsdoktrin. »In letzter Zeit wurden uns aus der Mitgliedschaft kritische Stimmen herangetragen, dass die Vorgehensweise der Regierungspräsidien bzw. der Verantwortlichen eine freie Berichterstattung über das Flüchtlingsthema letztendlich behindere«, heißt es in einer Erklärung des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) Hessen vom 4. November. »Kritisiert wurde insbesondere die als unangemessen empfundenen Zutrittsverbote für Journalistinnen und Journalisten in den Erstaufnahmeeinrichtungen und Notunterkünften.«

Diese Praxis wird von Betroffenen auch in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Berlin beklagt. Als Faustregel gilt offenbar: Je prekärer die Zustände in einer Einrichtung, desto rigoroser werden unabhängige Medien gehindert, Einblick zu nehmen. Vor...

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