14.01.2016 / Inland / Seite 8

»Rechte Aufrufe wurden nicht ernst genommen«

Nach Ausschreitungen von Neonazis in Leipzig-Connewitz werden Spenden für die Geschädigten gesammelt. Gespräch mit Adam Bednarsky

Gitta Düperthal

Neonazis wüteten am Montag, ein Jahr nach dem ersten »Abendspaziergang« von »Legida«, im linken Leipziger Stadtteil Connewitz. Welche Schäden haben sie angerichtet?

Parallel zur Legida-Veranstaltung in Leipzig und der Gegendemo hatte sich ein Neonazimob von rund 250 Leuten im Stadtteil getroffen und lief mitten in den Kiez hinein: vermummt, geschlossen und zunächst schweigend. Als sie an unserem Fanlokal »Fischladen« angekommen waren, legten sie los mit »Hooligan, Hooligan«-Parolen und haben diesen und etliche weitere Läden mit Steinen, Pyrotechnik und Äxten angegriffen. Sie haben Schaufenster zerstört. In einen Imbiss sind sie eingedrungen und haben das Geld aus der Kasse geraubt. Kleine Gewerbetreibende wurden in ihrer Existenz gefährdet – auch solche, die gar nicht mit der alternativen Szene in Verbindung gebracht werden können, etwa ein Gardinengeschäft.

Wie ist zu erklären, dass die Polizei nicht rechtzeitig eingriff und der Mob im Stadtteil randaliere...

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