13.01.2016 / Feuilleton / Seite 14

Rotlicht: Attraktion, Repulsion

Georg Fülberth

Thomas Malthus nahm an, dass die Bevölkerung schneller zunehme als die landwirtschaftliche Produktion, und empfahl deshalb Geburtenbeschränkung insbesondere bei den Armen. David Ricardo fürchtete, dass bei beständiger Vermehrung der Population immer schlechtere Böden bestellt werden müssten und das Wachstum dadurch sich einem Nullpunkt nähern könnte. Wichtiger war für ihn aber das Verhältnis von Löhnen und Investitionen. Stiegen erstere zu sehr, erlahme die Nachfrage nach Arbeitskraft und belebe sich erst dann wieder, wenn die Arbeitseinkommen gesenkt würden.

Marx drehte die Sache um: Bevölkerungs- und Lohnentwicklung sind bei ihm abhängige Variablen der Akkumulation. Steige diese, ziehe sie Arbeitskräfte an (»Attraktion«), die lohnabhängige Bevölkerung wachse. Ist die Nachfrage nach Arbeitern stärker als das Angebot, gerate der Profit unter Druck, die Akkumulation werde schwächer, Arbeiter würden entlassen (»Repulsion«) und erst dann wieder eingestell...

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