09.01.2016 / Feuilleton / Seite 11

Geschönt wird nichts

Ehrlichkeit und Fairness: Der linke Comicreporter Joe Sacco ist mit einer Werkschau in Basel zu sehen

Gerhard Hanloser

Ich glaube nicht an Objektivität, wie sie in amerikanischen Journalistenschulen gelehrt wird – ich glaube an Fairness«, sagt Joe Sacco. Er steht für einen Comicjournalismus, der sich mit den gesellschaftlichen und kriegerischen Konflikten der Gegenwart künstlerisch ebenso anspruchsvoll wie konkret-dokumentarisch beschäftigt. Der 1960 in Malta geborene US-Künstler hat das Genre der gezeichneten Reportage wiederbelebt. Schon im 19. Jahrhundert erschienen gezeichnete Reportagen, die vornehmlich aus exotischen Ländern berichteten. Im Cartoonmuseum in Basel ist nun eine sehr empfehlenswerte Werkschau von Sacco zu sehen. Erstmals in Europa werden 150 Originale geboten.

Sacco war ursprünglich Journalist, bevor er mit Cartoons anfing. 1996 erschien seine Reisereportage »Palästina«, die als Comicmeisterwerk gilt und für die Sacco den »American Book Award« erhielt. »Natürlich vermittle ich in erster Linie eine palästinensische Perspektive, aber das heißt nicht, dass...

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