02.01.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Aber sonst alles prima

Das westliche Afghanistan-Bild ist von der Wirklichkeit weit entfernt

Knut Mellenthin

Vor einem Jahr feierte die NATO »Truppenabzug« aus Afghanistan. Dass dieser gar nicht vollständig war, stand von vornherein fest. 16.000 ausländische Soldaten blieben im Land: 13.000 unter einem gemeinsamen Oberkommando als Mission »Resolute Support«, und daneben 3.000 Angehörige von US-Spezialeinheiten, die nach geheimgehaltenen Regeln und Kriterien Krieg auf eigene Faust führen.

Aber im Dezember 2016 werde dann wirklich endgültig Schluss sein mit dem Militäreinsatz in Afghanistan, hieß es vor einem Jahr. Dieses Versprechen korrigierte Barack Obama offiziell am 15. Oktober. Nun sollen 5.500 US-Soldaten – mehr als die Hälfte der derzeitigen Truppenstärke – auch nach dem Präsidentenwechsel im Januar 2017 im Land bleiben. Das bedeutet auch, dass die USA mehrere Stützpunkte – darunter Bagram, Kandahar und Dschalalabad –, die sie angeblich Ende 2016 räumen wollten, behalten werden. Deutschland und andere wichtige Verbündete der USA werden sich dieser zeitlich ...

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