16.05.2015 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Es war ein Schwindel sondergleichen«

Gespräch mit Bruno Mahlow. Über die Zerstörung der Sowjetunion, deren Ursachen und die Frage, warum sich Moskau von der NATO täuschen ließ

Arnold Schölzel

Bruno Mahlow (geb. 1937 in Moskau) war DDR-Diplomat in Peking und arbeitete seit 1967 in der Abteilung Internationale Beziehungen des Zentralkomitees der SED, seit 1973 als stellvertretender Abteilungsleiter. Er ist Mitglied des Ältestenrats der Partei Die Linke

Seit 1985 war Michail Gorbatschow Generalsekretär der KPdSU, später Präsident der Sowjetunion. Parteichef war er seit dem Verbot der KPdSU in Russland im August 1991 nicht mehr, das andere Amt verlor er formell mit der Auflösung der UdSSR Ende 1991. Wie lassen sich die wichtigsten Veränderungen in der sowjetischen Außenpolitik gegenüber den USA in diesen Jahren charakterisieren?

Wer über die Außenpolitik eines Landes sprechen will, muss sich zuerst dessen Innenpolitik anschauen. Um zu verstehen, was sich unter Gorbatschow verändert hat, muss man einige Jahre vor 1985 zurückgehen. 1981 kam der Sekretär des Zentralkomitees der KPdSU, Konstantin Russakow, im Auftrag von Leonid Breschnew, de...

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