22.01.2015 / Abgeschrieben / Seite 8

»Es ist hier in Dresden zu gefährlich, wir haben Angst«

Hilferuf von Freunden und Mitbewohner des am 12. Januar ermordeten Khaled Idris Bahray

Freunde und Mitbewohner des am 12. Januar in Dresden ermordeten eritreischen Flüchtlings Khaled Idris Bahray wenden sich mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit:

Hallo, Dresden, wir sind hierhergekommen, um unser Leben zu retten und in Freiheit zu leben. In Eritrea herrscht eine grausame Militärdiktatur, die uns jegliche Menschenrechte nimmt. Es gibt keine Presse- und Meinungsfreiheit – keine Möglichkeit zur individuellen Entfaltung. Vor diesen Zuständen sind wir monatelang geflohen. Wir haben Wüsten und Meere durchquert und sahen auf der Flucht viele Menschen sterben. Wir haben unser Leben aufs Spiel gesetzt, um hier in Frieden zu leben. Aber viele Leute hier in Dresden mögen uns nicht. Täglich haben wir mit Anfeindungen, Aggressionen und tätlichen Angriffen aufgrund unserer Hautfarbe zu tun.

Aus diesem Grund wurde auch Khaled getötet. Er war ein 20jähriger junger Mann mit der Hoffnung auf eine friedliche Zukunft. Jetzt ist er tot (...). Wir leben...

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