23.09.2014 / Inland / Seite 5

Ängstlicher Zeuge

NSU-Prozeß: Exkumpan von Uwe Böhnhardt wurde wohl mehrfach bedroht und verprügelt. Jugendbande des Neonazis soll schon 1992 Schußwaffen gehabt haben

Claudia Wangerin
Thomas B. war vor seiner Zeugenaussage am Montag im Münchner NSU-Verfahren schon einmal geladen. Der Jugendfreund des Neonazis Uwe Böhnhardt hatte dann aber am Telefon mitgeteilt, daß er auf der Anreise Durst bekommen habe und eingekehrt sei. Dies wirkte vor der Sommerpause auf Außenstehende wie ein verächtlicher Kommentar zum Prozeß um die Mord- und Anschlagsserie des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) – schließlich hatten schon mehrere Zeugen aus der rechten Szene unglaubliche Erinnerungslücken geltend gemacht und zum Teil freche Antworten auf Fragen von Richtern, Bundesanwaltschaft und vor allem der Nebenklage gegeben.

Thomas B. aber wirkte in seiner Aussage am Montag auf Prozeßbeobachter zumindest in dem Punkt glaubwürdig, daß er Angst vor seinen früheren Weggefährten aus der rechtslastigen, kriminellen Jugendbande hatte, aus der er auch den inzwischen toten Böhnhardt kannte. Zwar befaßte sich die Gang aus Jena vor gut 20 J...

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