15.09.2014 / Feuilleton / Seite 12

In Trotzkis wildem Garten

Auf der größten Prinzeninsel vor Istanbul verbrachte Leo Trotzki seine ersten Jahre im Exil – das Haus ist nicht gerade leicht zu finden

Martin Höfig
Vor 85 Jahren verlor Leo Trotzki den Machtkampf gegen Stalin und ging ins türkische Exil. Vier Jahre verbrachte er auf der größten der Prinzeninseln vor Istanbul, bevor es ihn über Frankreich und Norwegen nach Mexiko trieb, wo er im August 1940 ermordet wurde.

Die Suche nach seinem ersten Zufluchtsort auf Büyükada (große Insel) kann eine Weile dauern – diese Erfahrung hat schon die eine oder der andere gemacht. Sehr viele waren es sicher nicht, denn es gibt nicht gerade einen Run auf das »Trotzki-Evi«, wie es auf türkisch heißt. Nicht, daß die Inselbewohner mit der Frage danach nichts anfangen könnten, wie es ein FAZ-Reisebericht vor einigen Jahren in gewohntem Überlegenheitsgefühl kolportierte. »Die ruhmreiche Arbeiterklasse weiß wieder einmal von nichts«, konstruierte der Autor einleitend. Nicht nur ein schlechter Witz, sondern schlicht unwahr. Vielleicht hätte er die Adresse des Hauses recherchieren sollen. Was aber nicht mal nötig g...

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